Workshop in Tartu/Estland

Im April 2016 durfte ich wieder einen workshop zum Thema "Steinzeittechnik" an der Universität Tartu in Estland durchführen. Nachdem wir in 2014 eine Felsgesteinbeil durchbohrt und die Grundlagen der Flintbearbeitung durchgenommen hatten, ging es diesmal um die Bearbeitung von Knochen und Mammut"elfenbein". Zwei Tage lang zeigten 15 Studenten der Archäologie große Ausdauer bei der Herstellung einer eiszeitlichen Knochenflöte nach dem Vorbild von Grubgraben (A) und/oder einer Knochennadel, am Samstag war der workshop öffentlich zugänglich. Eine Teilnehmerin nutzte die Gelegenheit, sich ein Arbeitsgerät für das "nålbinding", eine frühe Vorläuferin des Häkelns oder Strickens, anzufertigen, eine andere schnitzte sich einen volkskundlich belegten Abwehrzauber-Anhänger aus Mammutstoßzahn. Auch meine kleinen Gäste kamen voll auf ihre Kosten, waren mit großem Eifer bei der Sache und machten sich Schmuck aus verschiedenen Materialien. Danke an Kristiina Johanson vom Archäologischen Institut und an das Estländische Nationalmuseum, das im September eröffnet wird, für die Einladung!

 

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Eiszeitkunst

Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich viele Kunstwerke aus dem Aurignacien der Schwäbischen Alb in Elfenbein nachgebildet, teils als Experiment mit authentischen Werkzeugen, teils für Ausstellungen mit modernen Techniken. Diese Reihe ist jetzt fast komplett, in den letzten Wochen kamen das Vogelherd-Mammut aus den 1930er Jahren und der Wasservogel vom Hohle Fels sowie der "Adorant" aus der Geißenklösterle-Höhle dazu.

Die gesamte Kollektion kann für Ausstellungen o.ä. ausgeliehen werden.

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Burg Boppard

Neu eröffnet: Das Museum in Boppard.
Unser Beitrag: Ein Modell der Burg am Rhein im Maßstab 1:100

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Wildnisschule

Im Oktober fand in der Scheune Neuhaus bei Saarbrücken ein Workshop statt, der uns viel Spaß gemacht hat: Zusammen mit meiner Kollegin, der Archäologin Conny Lauxmann habe ich in Zusammenarbeit mit der Wildnisschule Saar/Hunsrück, dem NABU Saarland und dem Saarforst eine Gruppe von Wildnispädagogen weitergebildet. Drei Tage lang stellten wir verschiedene Techniken aus der Steinzeit vor, die in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt werden können: Herstellung von Schmuck und Musikinstrumenten aus Naturmaterialien, Feuermachen, Grundlagen der Flintbearbeitung, Speerschleudern, Baumfällen mit Steinzeitgerät uvm. Ein Reh wurde mit Steinklingen zerlegt, die Weiterverwertung der einzelnen Teile der Jagdbeute demonstriert (z.B. Herstellung einer Knochennadel, Kochen im Felltopf wie in der Eiszeit), und das Fleisch haben wir abends über dem Lagerfeuer gegrillt.

Vielen Dank an das ganze Team, vor allem an Günther v. Bühnau (NABU) und Wolfgang Schwingel (Wildnisschule Saar/Hunsrück) für die Organisation, und Förster Martin Müller dafür, dass wir uns in seinem Urwald treffen durften!

© Bild 1-4: Martin Müller/Saarforst

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"Einer von uns"

Fernsehtipp: Samstag, 17.10. 2015, 20:15 Uhr auf ARTE: Dokumentation "Einer von uns", Folge "Europa". Für die Sendereihe der britischen Produktionsfirma "wall to wall" berichte ich aus der Hohle Fels Höhle bei Blaubeuren über Herstellung und Spielweise paläolithischer Knochenflöten.

 

Löwenmensch

Am 13. September 2015 war anlässlich des internationalen Museumstages die Hohlestein-Stadel-Höhle im Lonetal geöffnet. Joachim Kind und Thomas Beutelspacher vom Landesdenkmalamt und Kurt Wehrberger vom Ulmer Museum führten Besucher durch die Höhle, und ich erzählte von meinem Experiment aus dem Jahr 2009, als ich die berühmte Löwenmensch-Plastik, die hier gefunden wurde, aus Elfenbein mit authentischem Werkzeug nachgeschnitzt hatte. Es war schön, die Figur nach langer Zeit mal wieder in der Hand halten zu dürfen - wenn man über 360 Arbeitsstunden in eine Nachbildung investiert hat, die vor mehr als 35.000 Jahren ein "Kollege" oder eine "Kollegin" schon mal erschuf, dann entwickelt man doch eine besondere Beziehung zu diesem Objekt.

Die "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" auf der Schwäbischen Alb sollen übrigens, wenn alles gut geht, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes werden, der Antrag ist in Vorbereitung, und vielleicht werden dann fürderhin das Geißenklösterle und der Vogelherd, der Hohle Fels und das Lonetal in einem Atemzug mit den Pyramiden von Gizeh und dem Taj Mahal genannt werden ...

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Römermuseum Augusta Raurica (Schweiz)

Für die Vermittlungsarbeit im Museum haben wir in den letzten Monaten ein archäologisches Lehrmodell im Maßstab 1:5 angefertigt. Es zeigt auf 2 m2 die Ausgrabung eines römischen Hauses. In das Modell integriert sind Nachbildungen von Originalfunden aus Augst, anhand derer eine Rätselgeschichte erzählt wird, welche die Besucher und Schüler im Rahmen eines Workshops auflösen sollen.
Im Modell dargestellt sind die archäologischen Überreste einer Fußboden- und Wandheizung (Hypokaustum), eines Mosaiks, einer Küche mit Herdstelle, einer Bronzegußwerkstatt und vieles mehr. Das Modell ist auf Rollen bewegbar.

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Archäologische Landesausstellung 2015 NRW im LVR Bonn

Bei der Präsentation ist Arc-Tech mit einem Fünf-Phasen-Modell der Landschaftserschließung im Frühneolithikum vertreten. Der Einbaum, den wir vor ein paar Jahren für eine Freundin gebaut haben, wurde als Leihgabe in die Ausstellung integriert. Die Nachbildungen von frühneolithischen Dechseln dienen zu Illustration der damaligen Holztechnologie:

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Gläserner Neandertaler

Mittlerweile schon ein ganzes Jahr alt, aber immer noch eine Weltneuheit - der gläserne Neandertaler im Landesmuseum Chemnitz:

 

Bastseil von Hallstatt

Im Frühsommer 2015 haben wir für das "Holz für Salz"-Projekt des Naturhistorischen Museums in Wien eine Rekonstruktion des Bastseils aus dem bronzezeitlichen Bergwerk in Hallstatt (Österreich) angefertigt. Das Video zeigt die Herstellung des 8 m langen und 4 cm dicken Seils und die an der Technischen Universität Chemnitz durchgeführten Belastungstests: